Einführung Flächenmanagement

Einführung Flächenmanagement

Verschiedene Herausforderungen und Trends prägen das Coburger Land und erfordern eine gesamtregionale Entwicklungsstrategie, die Lösungsansätze für die Bewältigung zukünftiger Aufgaben und Prozesse aufzeigt. Zunächst ist hierbei maßgeblich der fortschreitende demografisch wie strukturell bedingte Schrumpfungs- und Alterungsprozess zu nennen, dem sich die Region Coburg in Zukunft ausgesetzt sieht und vor allem die kleineren Gemeinden trifft. Die soziale Überformung bzw. der demografische Umbau der Gesellschaft stellt die Kommunen bei Erhalt und Schaffung adäquater Infrastrukturen der Daseinsvorsorge vor Herausforderungen. Wanderungsprozesse und Strukturwandel haben zusätzlich in den vergangenen 20 Jahren zu einem Funktionsverlust baulicher Strukturen geführt, der sich innerörtlich in landwirtschaftlichen, gewerblichen und industriellen Brachen sowie in Wohnungsleerständen zeigt.

Dieser Fundus an Leerständen, Brachen und sonstigen Flächenpotenzialen im Coburger Land kann und soll als Chance wahrgenommen werden für ein regionales Vorgehen und damit für grundsätzlich neue Wege einer gemeinsamen Siedlungs- und Ansiedlungsstrategie sowie einer innovativen und nachhaltigen Siedlungsentwicklung.


Regionales Wanderwegemanagement

Regionales Wanderwegemanagement

​Bereits Ende des Jahres 2015 wurden vermehrt Anfragen zum Thema Unterstützung und Fördermöglichkeiten bei Ausschilderung und Wegeunterhalt von Wanderwegen von Seiten der Kommunen und auch Wandervereine an das Regionalmanagement und das LAG-Management der Coburg Stadt und Land aktiv GmbH herangetragen.

Dieser Bedarf wurde bei einer Befragung aller Kommunen bestätigt und bestärkt. Was Zuständigkeiten beim Wegeunterhalt, Qualitätsstandards bei der Ausschilderung und den Zustand der Wege betrifft, herrscht eine heterogene Gemengelage vor.

Auf Einladung von LAG- und Regionalmanagement Coburger Land fand deshalb am 08.03.2016 eine Informationsveranstaltung zum Thema „Regionales Wanderwegemanagement“ im Landratsamt Coburg statt. Die Einladung erging an alle Kommunen des Landkreises, die Stadt Coburg sowie an Wander- und Natursportvereine in unserer Region. Der Einladung folgten ca. 30 interessierte Gemeinde- und Wandervereinsvertreter.

Nachdem eine detaillierte Erhebung der Wanderwege im gesamten Landkreisgebiet und der Stadt Coburg erfolgt ist sowie eine Ergänzung der Daten durch diese, lässt sich ein Wegenetz aus 96 Wegen mit einer Gesamtlänge von ca. 1.676 km ermitteln.

Um das weitere Vorgehen abzustimmen und eine Beteiligungsplattform zu schaffen, wurde das „Aktivforum“ unter der Federführung der Coburg Stadt und Land aktiv GmbH eingerichtet. Wie bereits in drei Aktivforen geschehen, bringen sich hier kommunale Vertreter, Wander- und Natursportvereine sowie weitere Akteure, z. B. aus dem Tourismus, in die Projektplanung und Entscheidungsfindung ein. Das Gremium soll das Projekt in Planung, Umsetzung und Betrieb begleiten.

Im ersten Aktivforum am 24.05.2016 wurde das Wegenetz, eine Kostenschätzung sowie die nächsten Schritte vorgestellt. Als Ergebnis der bisherigen Veranstaltungen und aus den Rückmeldungen der Kommunen lässt sich festhalten, dass ein Großteil der Kommunen ein regionales, interkommunal abgestimmtes Vorgehen befürwortet.

Nach einem intensiven Erfahrungsaustausch mit anderen Regionen und einer detaillierteren Kostenschätzung, erfolgte die Vorstellung und Abstimmung des Projektes im Bayerischen Gemeindetag sowie im Kreis- und Strategieausschuss.

Im zweiten Akitvforum am 10.10.2016 wurden die Projektphasen vorgestellt, in die sich das Projekt aufteilt. In der 1. Phase geht es um die Erfassung der Wege, Digitalisierung und Konzept einer strukturierten Beschilderung. Die 2. Phase sieht die Anschaffung der Beschilderungsinfrastruktur vor.

Im Januar 2017 folgte das dritte Aktivforum, in welchem auf die LEADER-Projektbeschreibung vor Antragsstellung, die Organisationsstruktur sowie den weiteren zeitlichen Ablauf eingegangen wurde.


EFRE im Städtebau

EFRE im Städtebau – Nachhaltige Stadt-Umland-Entwicklung 2014-2020 in Bayern

​Im Rahmen der EU-Regionalförderung in der Förderperiode 2014-2020 hat der Freistaat Bayern ein zweistufiges Wettbewerbsverfahren gesonderter EFRE-Mittel ausgelobt, die speziell für interkommunale Kooperationen zur Verfügung stehen, um damit gemeindeübergreifende Projekte im Städtebau zu konzipieren und voran zu bringen. Unter der Federführung der Coburg Stadt und Land aktiv GmbH und in enger Abstimmung mit den Wirtschaftsförderungen von Stadt und Landkreis Coburg haben sich folgende Städte und Gemeinden zu einer gemeinsamen Interessensbekundung zusammengeschlossen: Ahorn, Bad Rodach, Coburg, Dörfles-Esbach, Ebersdorf bei Coburg, Großheirath, Neustadt bei Coburg, Seßlach, Sonnefeld, Rödental, Untersiemau und Weitramsdorf.

1. Antragsphase

Dem für die erste Wettbewerbsstufe erarbeiteten Grobkonzept liegt das Fundament einer gemeinde-, landkreis-, länderübergreifenden Kooperationskultur zugrunde. Auf diesen Nährboden aufbauend soll eine zu erarbeitende regionale Masterplanung das Coburger Land befähigen, sich künftigen Herausforderungen in allen Handlungsfeldern der Regionalentwicklung (Wirtschaft, Nahversorgung, Gesundheit, Bildung, Städtebau, Tourismus, Energie) gemeinsam zu stellen. Der Fokus liegt dabei klar auf:

  • Demografie-angepasste Aktivierung innerörtlicher Flächen für den privaten Wohnungsbau sowie quartiersbezogene öffentlicher Infrastrukturen
  • Stärkung und Aktivierung von Flächen/Immobilien im Bereich Freizeit und Tourismus in raumfunktionaler Verflechtung
  • Aktivierung von Industrie- und Gewerbebrachen
  • Gemeinschaftliche Entwicklung interkommunaler Gewerbeflächen
  • Schaffung regionaler Kristallisationskeime wirtschaftlicher Strukturentwicklung durch gezielte Planung von hochschulnahen Innovations- und Forschungseinrichtungen

Hierfür sollen trotz grundsätzlich marktorientierten Vorgehens gemeinsame Entwicklungsleitziele festgeschrieben werden wie:

  • Kurze Wege zwischen Wohnen und Arbeiten in der Region
  • Innen statt Außen, Leerstände aktivieren vor Neuausweisungen
  • Nachhaltige Flächen- und Ressourcenschonung (auch "Graue Energie) / Energiemanagement und Energieeffizienz
  • Natur und Kulturlandschaft erhalten
  • Soziale Ausgewogenheit / Studentisches Wohnen
  • Dezentrale Verortung von Forschung und Entwicklung im Umfeld der Hochschule Coburg

2. Konzeptphase

Im Auswahlverfahren unter Federführung der Obersten Baubehörde OBB bzw. der Regierung von Oberfranken wurde der Bewerbungsansatz der Region Coburg befürwortet und für die zweite, die sog. Konzeptphase, ausgewählt. Unter dem Motto „Interkommunal. Integriert. Stark. – Auf kurzen Wegen qualitätvoll Wohnen, Wirtschaften und Arbeiten“ wurde in dieser Phase ein Integriertes Regionales Entwicklungskonzept (IRE) zur interkommunalen Flächen- und Siedlungsentwicklung im Coburger Land erarbeitet. Das IRE wurde fristgerecht bei der Obersten Bayerischen Baubehörde sowie der Regierung von Oberfranken, Sachgebiet Städtebau, eingereicht.

3. Entscheidungsphase

Mitte April 2015 kam die Information der Obersten Baubehörde, dass der Ansatz des Coburger Landes nicht zur Förderung der Umsetzung ausgewählt wurde. Demnach biete das Coburger IRE mehrere bemerkenswerte Ansätze für eine zukunftsfähige Fortentwicklung in interkommunaler Zusammenarbeit. Leider kann unter Berücksichtigung der der Auslobung zugrundeliegenden Auswahlkriterien und wegen der nur beschränkt verfügbaren EU-Mittel im Vergleich mit anderen Konzepten zunächst keine ausreichend hohe Priorität eingeräumt werden. Sollten jedoch die ausgewählten interkommunalen Kooperationen innerhalb einer absehbaren Zeit nicht in der Lage sein, die verfügbaren Mittel zu binden, besteht gegebenenfalls die Möglichkeit des Aufrückens. Um nachzurücken, müssen bis Jahresende 2015 müssen die Leitprojekte auf einen förderfähigen Stand gebracht werden, d. h. bspw. die Ausarbeitung von Maßnahmen- und Finanzierungspläne.

Integriertes Regionales Entwicklungskonzept

Integriertes Regionales Entwicklungskonzept (IRE) Coburger Land

Das IRE Coburger Land zeigt Perspektiven und Lösungswege für ein interkommunal abgestimmtes Vorgehen im Bereich der Überplanung und Entwicklung von Gewerbeflächen und Industriebrachen, der Entwicklung von Wohnflächen auf.

Das IRE beinhaltet dabei regional bedeutsame Themen, denen sich die Projektvorschläge zuordnen lassen. Dies betrifft zunächst die Thematik der Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen wie Brachflächen, Baulücken und Leerständen, die künftig aufgrund des demografischen Wandels zunehmen werden und die es zu aktivieren und zu gestalten gilt. Des Weiteren spielen der Schutz des kulturellen und natürlichen Erbes sowie die Stärkung der zahlreich in der Region vorhandenen touristischen Anziehungspunkte und deren Verknüpfung eine bedeutende Rolle, um den für das Coburger Land wichtigen Wirtschaftszweig des Tourismus dauerhaft zu stärken. Auch der Bereich der wirtschaftsstrukturellen Entwicklung bedarf einer Stärkung und Entwicklung, insbesondere hinsichtlich der Aktivierung von Industrie- und Gewerbebrachen. Ebenso bedeutsam für die Region ist, begründet durch die Strahlkraft der Hochschule Coburg, die Schaffung regionaler Kristallisationskerne im Bereich der Forschung, mit denen es gelingt, die darin begründeten Potenziale für die Wirtschaft noch besser zu nutzen.

Die zentralen Haupthandlungsfelder des IRE Coburg sind demnach:

  • Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen wie Brachflächen, Baulücken, belasteten Flächen und Leerständen in ländlichen Ortskernen
  • Schutz des kulturellen und natürlichen Erbes sowie Stärkung und Verknüpfung touristischer Anziehungspunkte,
  • Stärkung der wirtschaftsstrukturellen Entwicklung
  • Integration von Forschung

Mit dem IRE Coburger Land wurde eine Grundlage geschaffen, mit deren Hilfe zukünftige Herausforderungen durch einen regional abgestimmten Prozess bewältigt werden können und die zu einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung führen.

Fachliche Unterstützung kam dabei von einer Arbeitsgemeinschaft der Planungsbüros ssr, Dortmund und IPU, Erfurt.

​Downloads:

IRE Kurzversion

Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne die Langfassung mit sämtlichen Anhängen zu.


Interkommunale Arbeitsgemeinschaft

​Zur Umsetzung des IRE wurde eine feste Kooperationsform - eine Besondere Arbeitsgemeinschaft nach KommZG - zur gemeinschaftlichen Flächenentwicklung aufgebaut werden. Somit entsteht eine Synthese aus ländlich-peripheren Flächenkommunen und städtisch geprägten Agglomerationen zur Förderung qualifizierter Flächen-(Nach-)Nutzungen und Funktionswechsel bis hin zum Rückbau. Diese Kooperationsform soll einer langfristigen gemeinschaftlichen Flächen- undSiedlungsentwicklung im Coburger Land dienen.

Zu diesem Zweck schlossen sich die kreisfreie Stadt Coburg und elf weitere Kommunen (Ahorn, Bad Rodach, Coburg, Dörfles-Esbach, Ebersdorf bei Coburg, Großheirath, Neustadt bei Coburg, Seßlach, Sonnefeld, Rödental, Untersiemau und Weitramsdorf) des Landkreises am 24. September 2014 zu der Besonderen Arbeitsgemeinschaft mit dem Titel „INTERKOMMUNAL.INTERGRIERT. STARK. Auf kurzen Wegen qualitätvoll wohnen, wirtschaften und arbeiten“ zusammen. Die Mitglieder unterstützen Projektideen, die den gemeinsam definierten regionalen Zielen entsprechen und somit eine nachhaltige Entwicklung der Region vorantreiben.

Die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft liegt bei der Coburg Stadt und Land aktiv GmbH und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Coburg mbH.

Die beteiligten Kommunen der Arbeitsgemeinschaft bilden zur Beratung und Beschlussfassung eine Lenkungsgruppe, die regelmäßig tagt. Bei Bedarf werden beratende Teilnehmer zu den Sitzungen eingeladen. Seit September 2015 ist der ehemalige Arbeitsbereich „Flächenmanagement“ aus dem MORO die interkommunale Arbeitsgemeinschaft übergegangen.


Kontakt

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Silvan Zapf

Landratsamt – Lauterer Straße 60 – 96450 Coburg

Tel.+ 49 (95 61) 51 44 14

Fax+ 49 (95 61) 51 4 89 4 14

eMail ​silvan.zapf[at]region-coburg.de​